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RJ45-Pinbelegung richtig auflegen - T568A, T568B und Gigabit

Mohamed Otto • 29. September 2026
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Crimpen eines RJ45-Steckers, inklusive RJ45-Pinbelegung und Test.

Inhaltsverzeichnis

Ein selbst konfektioniertes Netzwerkkabel kann zuverlässig mit Gigabit-Ethernet arbeiten oder trotz scheinbar richtiger Farben nur 100 Mbit/s aushandeln. Bei der RJ45-Pinbelegung, dem sogenannten rj45 pinout, entscheiden deshalb die Reihenfolge der Adern, die richtige Steckerausrichtung und der verwendete Standard. Ich zeige die Belegungen T568A und T568B, erkläre gerade und gekreuzte Kabel und gebe eine praktische Anleitung zum Auflegen und Prüfen.

Die wichtigsten Entscheidungen für ein funktionierendes Netzwerkkabel

  • T568A oder T568B funktionieren beide, solange an beiden Kabelenden dasselbe Schema verwendet wird.
  • Für ein übliches Patchkabel werden die Adern an beiden Seiten identisch aufgelegt.
  • Ein Wechsel von T568A zu T568B erzeugt ein Cross-over-Kabel, das vor allem bei älteren Geräten relevant ist.
  • Für Gigabit-Ethernet werden alle vier Adernpaare benötigt, nicht nur die Pins 1, 2, 3 und 6.
  • Ein einfacher Kabeltester erkennt Vertauschungen, aber nicht immer einen Split Pair, also falsch zusammengestellte Adernpaare.

RJ45 Pinout-Diagramm: T568A vs T568B zeigt die Farbcodierung für Ethernet-Kabel.

Was die RJ45-Pinbelegung tatsächlich festlegt

Ein Ethernet-Stecker mit acht Kontakten wird im Alltag fast immer als RJ45-Stecker bezeichnet. Technisch handelt es sich bei den üblichen Netzwerksteckern meist um einen 8P8C-Stecker mit acht Positionen und acht Kontakten. Für die Datenübertragung zählt nicht nur, welche Farbe an welchem Pin liegt, sondern auch, dass die verdrillten Adernpaare korrekt erhalten bleiben.

Die Standards T568A und T568B legen die Farbreihenfolge an Stecker und Netzwerkdose fest. Elektrisch sind beide Varianten gleichwertig. Ich halte mich bei einer Reparatur immer an die bereits vorhandene Belegung, weil ein einheitliches Schema in der gesamten Installation wichtiger ist als die Frage, ob A oder B grundsätzlich besser wäre.

So werden die Pins gezählt

Halte den Stecker so, dass die Kontakte zu dir zeigen und die Rastnase nach unten weist. Von links nach rechts zählen die Pins dann von 1 bis 8. Viele Fehler entstehen, weil der Stecker während des Auflegens umgedreht wird und die Reihenfolge anschließend spiegelverkehrt gelesen wird.

Pin T568A T568B Adernpaar
1 Weiß-Grün Weiß-Orange Paar 2
2 Grün Orange Paar 2
3 Weiß-Orange Weiß-Grün Paar 3
4 Blau Blau Paar 1
5 Weiß-Blau Weiß-Blau Paar 1
6 Orange Grün Paar 3
7 Weiß-Braun Weiß-Braun Paar 4
8 Braun Braun Paar 4

Der Unterschied zwischen den Standards betrifft nur die grünen und orangefarbenen Paare. Die blauen und braunen Adern bleiben an denselben Positionen. Das ist praktisch, denn bei der Fehlersuche kann ich schnell kontrollieren, ob nur diese beiden Paare vertauscht wurden oder ob ein grundsätzlicher Auflegefehler vorliegt.

T568A oder T568B für ein neues Kabel

Für ein neues Patchkabel ist die Entscheidung einfach. Verwende an beiden Enden denselben Standard. Ein Kabel mit T568B auf beiden Seiten funktioniert genauso wie eines mit T568A auf beiden Seiten, sofern Stecker, Kabelkategorie und Verarbeitung zusammenpassen.

In vielen fertigen Patchkabeln und Installationen ist T568B verbreitet. Bei strukturierten Verkabelungen kann jedoch T568A vorgeschrieben sein, etwa durch eine vorhandene Dokumentation oder die Vorgaben eines Projekts. In einer Anlage sollte ich nicht ohne Grund zwischen den Varianten wechseln. Entscheidend ist die durchgängige Planung von der Anschlussdose über das Patchpanel bis zum Endgerät.

Wann wird aus dem Kabel ein Cross-over-Kabel

Wer ein Ende nach T568A und das andere nach T568B auflegt, vertauscht die Sende- und Empfangspaare. So entsteht ein gekreuztes Ethernet-Kabel. Früher war das nötig, um beispielsweise zwei Computer direkt miteinander zu verbinden oder bestimmte Netzwerkgeräte ohne Switch zu koppeln.

Moderne Netzwerkkarten, Switches und Router unterstützen meistens Auto-MDI-X. Sie erkennen die benötigte Richtung automatisch, weshalb ein Cross-over-Kabel heute oft keinen praktischen Vorteil mehr bringt. Für eine feste Gebäudeverkabelung würde ich trotzdem nicht absichtlich kreuzen, sondern beide Enden einheitlich beschalten. Das macht die Installation verständlicher und erleichtert spätere Reparaturen.

Welche Pins für Fast Ethernet, Gigabit und PoE wichtig sind

Bei 10BASE-T und 100BASE-TX werden traditionell die Pins 1, 2, 3 und 6 verwendet. Das erklärt, warum ein beschädigtes oder nur mit zwei Paaren aufgelegtes Kabel manchmal noch eine Verbindung mit 100 Mbit/s aufbaut. Für 1000BASE-T, also Gigabit-Ethernet, müssen dagegen alle vier Paare korrekt angeschlossen sein.

Technik Benötigte Paare Praktische Folge
10BASE-T 2 Paare Eine reduzierte Belegung kann funktionieren
100BASE-TX 2 Paare Nur Pins 1, 2, 3 und 6 werden für die Datenübertragung genutzt
1000BASE-T 4 Paare Alle acht Pins müssen korrekt aufgelegt sein
PoE Je nach Standard 2 oder 4 Paare Die Stromversorgung muss zur Verkabelung und zum Gerät passen

Auch Power over Ethernet nutzt die vorhandenen Adernpaare, um Netzwerkgeräte wie Access Points, VoIP-Telefone oder Kameras mit Strom zu versorgen. Bei höheren PoE-Leistungen werden alle vier Paare einbezogen. Deshalb sollte ich bei PoE nicht nur auf eine erfolgreiche Datenverbindung achten, sondern auch auf die Kabelkategorie, den Leiterquerschnitt, die Länge und die zulässige Leistung von Switch und Endgerät.

Die übliche maximale Kanalstrecke liegt bei 100 Metern. Davon entfallen bei einer strukturierten Installation typischerweise bis zu 90 Meter auf die feste Strecke und bis zu 10 Meter auf Patchkabel. Bei langen Leitungen, warmen Kabelbündeln oder hoher PoE-Last können zusätzliche Einschränkungen gelten.

RJ45-Stecker richtig auflegen

Zum Konfektionieren brauche ich einen passenden Stecker, eine Crimpzange, einen Seitenschneider und idealerweise einen Kabeltester. Bei Cat6- oder Cat6A-Kabeln muss der Stecker für den jeweiligen Leiterdurchmesser und Kabeltyp geeignet sein. Ein Stecker für flexible Litzen ist nicht automatisch für ein Installationskabel mit starren Leitern geeignet.

  1. Kabelmantel vorsichtig entfernen. Zwei bis drei Zentimeter reichen normalerweise aus. Die Abschirmung bleibt bei geschirmten Kabeln so erhalten, dass sie später Kontakt zum Steckergehäuse bekommt.
  2. Adernpaare nur kurz entdrillen. Ich löse die Verdrillung erst kurz vor dem Stecker auf und halte den ungedrehten Bereich möglichst unter etwa 13 Millimetern.
  3. Standard auswählen. Die Adern nach T568A oder T568B sortieren und die Reihenfolge mehrfach kontrollieren.
  4. Adern bündig schneiden. Alle acht Leiter müssen gleich lang sein, damit sie bis zum vorderen Ende des Steckers reichen.
  5. Stecker einschieben. Die Adern müssen in den vorgesehenen Kanälen liegen, während der Kabelmantel weit genug in den Stecker hineinreicht.
  6. Crimpen und prüfen. Die Kontakte werden mit der Crimpzange eingepresst. Danach teste ich jede Ader und kontrolliere zusätzlich den Halt des Kabelmantels.

Der häufigste handwerkliche Fehler ist nicht eine falsche Farbe, sondern ein zu weit zurückgezogenes Verdrillen. Dadurch verschlechtert sich die Signalqualität, obwohl der Durchgangstester alle acht Leiter als verbunden anzeigt. Gerade bei Gigabit-Ethernet und längeren Strecken macht dieser kleine Unterschied spürbar mehr aus als ein optisch sauber ausgerichteter Stecker.

Lesen Sie auch: 10BASE-T verstehen - Kabel, Fehler & heutige Relevanz

Geschirmt oder ungeschirmt

Ein geschirmtes Kabel sollte mit passenden geschirmten Komponenten kombiniert werden. Dazu gehören Stecker, Keystone-Module, Patchpanel und gegebenenfalls eine fachgerecht ausgeführte Erdung. Eine einzelne geschirmte Komponente in einer ansonsten ungeschirmten Strecke löst keine Störungsprobleme und kann die Installation sogar unübersichtlich machen.

Fehler finden, wenn die Verbindung nicht stimmt

Startet die Verbindung gar nicht, prüfe ich zuerst die Pinreihenfolge an beiden Enden. Danach folgen beschädigte Rastnasen, nicht vollständig eingedrückte Kontakte und ein Kabel, dessen Leiter beim Crimpen nicht weit genug in den Stecker geschoben wurden.

Eine Verbindung mit nur 100 Mbit/s deutet häufig auf ein fehlendes oder fehlerhaftes Adernpaar hin. Bei Gigabit-Ethernet müssen alle vier Paare funktionieren. Ein einfacher LED-Kabeltester zeigt zwar offene Leiter und viele Vertauschungen, erkennt aber nicht zuverlässig, ob die Adernpaare elektrisch falsch zusammengestellt wurden.

  • Kein Link: Stecker, Pins, Kabelbruch und falsche Belegung prüfen.
  • Nur 100 Mbit/s: die Pins 4, 5, 7 und 8 sowie die Paarzuordnung kontrollieren.
  • Instabile Verbindung: Kabel nicht stark knicken, Stecker wechseln und Schirmung sowie Umgebung auf Störquellen prüfen.
  • PoE fällt aus: Kompatibilität von Switch, Endgerät, Kabellänge und Leistungsbedarf kontrollieren.
  • Nur ein Adernpaar auffällig: nach einem Split Pair suchen, nicht nur nach Durchgang.

Für eine kleine Heiminstallation reicht oft ein günstiger Wiremap-Tester. Bei einer gewerblichen oder weit verzweigten Verkabelung ist ein Zertifizierungsgerät sinnvoller, weil es zusätzlich Dämpfung, Übersprechen und Längen bewertet. In abgelegenen oder schwer zugänglichen Installationen, etwa bei Infrastrukturprojekten in Timor-Leste, spart eine saubere Dokumentation mit markiertem Standard später viel Zeit bei Wartung und Fehlersuche.

Die kleine Prüfroutine, die später viel Ärger spart

Ich beschrifte bei selbst angefertigten Kabeln beide Enden mit dem verwendeten Schema und der Kabellänge. So ist sofort klar, ob es sich um ein gerades T568A- oder T568B-Kabel handelt und niemand muss die Farbreihenfolge beim nächsten Einsatz erraten.

Für den Alltag genügt meist diese Reihenfolge: Stecker ausrichten, Standard vergleichen, Paare erhalten, Mantel sichern und testen. Wenn beide Enden gleich aufgelegt sind, alle acht Leiter korrekt sitzen und das Kabel nicht über die zulässige Länge hinausgeht, sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine stabile Ethernet-Verbindung erfüllt.

Häufig gestellte Fragen

T568A und T568B sind elektrisch gleichwertig. Für ein übliches Patchkabel wird derselbe Standard an beiden Enden verwendet. In einer bestehenden Installation sollte die bereits verwendete Belegung beibehalten werden.

Halte den Stecker so, dass die Kontakte zu dir zeigen und die Rastnase nach unten weist. Von links nach rechts werden die Pins 1 bis 8 gezählt. Bei T568B lautet die Reihenfolge Weiß-Orange, Orange, Weiß-Grün, Blau, Weiß-Blau, Grün, Weiß-Braun, Braun.

100BASE-TX nutzt traditionell die Pins 1, 2, 3 und 6. Für 1000BASE-T müssen dagegen alle vier Adernpaare und damit alle acht Pins korrekt angeschlossen sein. Prüfe deshalb besonders die Pins 4, 5, 7 und 8 sowie die korrekte Paarzuordnung.

Die Adernpaare sollten nur kurz entdrillt werden, der ungedrehte Bereich möglichst unter etwa 13 Millimetern bleiben und der Kabelmantel weit genug in den Stecker reichen. Nach dem Crimpen prüft ein Wiremap-Tester die Verbindung, erkennt einen Split Pair jedoch nicht immer zuverlässig.

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Autor Mohamed Otto
Mohamed Otto
Mein Name ist Mohamed Otto und ich bringe 11 Jahre Erfahrung im Bereich Telekommunikation, Infrastruktur und Verbindungssysteme mit. Mein Interesse an diesem Thema begann, als ich die Herausforderungen und Möglichkeiten erkannte, die moderne Kommunikationssysteme bieten. Es fasziniert mich, wie Technologie dazu beitragen kann, Menschen zu verbinden und den Zugang zu Informationen zu erleichtern. In meinen Artikeln konzentriere ich mich darauf, komplexe Themen verständlich zu machen und aktuelle Trends zu beleuchten. Ich lege großen Wert darauf, meine Quellen sorgfältig zu prüfen und Informationen klar und präzise zu organisieren. Mein Ziel ist es, nützliche und aktuelle Inhalte zu liefern, die den Lesern helfen, die Dynamik der Telekommunikation besser zu verstehen und die Herausforderungen in diesem Bereich zu meistern.

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